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Anwendungsgebiete

 

 

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Der Einsatz von Hypnose in der Therapie ist wissenschaftlich und klinisch anerkannt und wird als Ergänzung zu vielen herkömmlichen Methoden eingesetzt. Wichtig ist, dass ein Hypnotiseur seriöse und ausgebildet ist.

 

Im folgenden ein kurzer (fachlicher) Einblick:

 

- In der Medizin

- In der Klinischen Psychologie und Psychiatrie

- Im forensischen Bereich

- Beim Sport

 

 

- Hpnose in der Medizin

Die Liste der Anwendungsgebiete der Hypnose in der Medizin und Zahnmedizin ist  nahezu endlos, z.B. bei Behandlung von allg. Schmerzen, Herzbeschwerden, Darmerkrankungen, Rheuma, Allergien, Warzen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Herbes, Verbrennungen, Immunsystem, Krebs, Epilepsien, Diabetes, Augenheilkunde, Ohrenheilkunde usw.  

Des Weiteren kann Hypnose auch bei Anästhesie und Rehabilitationen eingesetzt werden. Alle somatischen Störungen bzw. Krankheiten haben stets auch psychische Aspekte im Sinne von sekundären Wirkungen. Die häufig festgestellten Ursachen der Krankheiten beziehen sich auf Kontrollverlustängste oder mangelnde Entspannung der Patienten. Besonders dabei kann Hypnose oder Selbsthypnose helfen. Bei einer Indikation werden auch oft verhaltenstherapeutische Methoden mit Hypnose kombiniert oder ergänzt.

In der zahnmedizinische Anwendung wurde Hypnose schon vor der systematischen Entwicklung von Anästhetika die hypnotische Trance zur Schmerzkontrolle eingesetzt. Vermutlich durch (kognitive) Dissoziation vom eigenen Körper, können Teile der körperlichen Wahrnehmung ausgegrenzt werden. Dies hilft beispielsweise bei Patienten, die allergische Reaktionen gegen Anästhetika entwickeln. U.a. sind damit auch Zahnbehandlungen unter Hypnose schmerz- und damit auch angstfreier durchführbar.

Hypnose wird auch oft zur Geburtsvorbereitung und Geburtenhilfe eingesetzt. Die Praxis der Hypnose bei der Geburtshilfe hat eine lange Tradition und ist erst in den letzten zwei Jahrzehnten, wahrscheinlich durch die verstärkte Anwendung der chemischen Anästhesie in den Hintergrund getreten. Spezielle Konzepte zur Hypnose in der Geburtsvorbereitung sind:

- Hypnoanästhesie: William Kroger (1977),

- Acht-Punkte-Programm: Ernest und Josephine Hilgard (1975)

- Ericksonsche Ansatz einer hypnotherapeutischen Paargeburtsvorbereitung: Noelle Poncelet (1990)

- Hypnoreflexogene Methode der Geburtsvorbereitung: Schauble (1998)

Grundlage ist die Auflösung des Kreislauf von Angst, Anspannung und Schmerz, der in der Regeln den Geburtsvorgang begleitet, die Schmerzen verstärkt und Komplikationen hervorrufen kann. Eine breit angelegte Studie [1] (2001/2002) konnte einen umfassenden, positiven Einfluss der Hypnose auf die Geburt belegen.

Auch bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch konnte mit Hypnose Erfolge erzielt werden (vgl. Studie)

 

- Hypnose in Klinischer Psychologie und Psychiatrie

Hypnose kann im Bereich der klinischen Psychologie sowohl mit der Indikation der Symptomkontrolle eingesetzt werden, aber auch im Rahmen von aufdeckenden dynamisch-analystischen Verfahren. Ein solches Verfahren ist z.B. die graphomotorische Informations-Therapie nach Lazarus und Ambramovitz (1962). Dabei lässt der Therapeut von dem Patienten vor und während der Hypnose Zeichnungen des zu bearbeitenden Problems anfertigen. Im Anschluss daran werden die Zeichnungen (evtl. mit dem Patienten gemeinsam) verglichen und die Unterschiede gedeutet. Allgemein wird bei aufdeckenden Verfahren Hypnose angewandt, um einen Zugang zum Unbewussten und zu verdrängten Erinnerungen herzustellen. Hypnoseanalyse ist die Verbindung von hypnoidem Zustand und analytisch-therapeutischem Vorgehen. Von Vorteil ist hier die Beschleunigung des Prozesses, weil in Trance, Widerstände leichter abgebaut werden können.

Bei der Symptomkontrolle steht v.a. die Therapie von Schmerzzuständen im Vordergrund. Durch verschiedene Techniken kann dem Patienten eine gewisse Erleichterung verschafft werden. Hierzu ist eine leichte Trance bereits ausreichend. Ähnliche Methoden werden zunehmend auch in der medizinischen Psychologie angewandt (z.B. in der Zahnheilkunde oder in der Geburtshilfe), aber auch in der Psychiatrie (Depression, Hysterie, Schlafstörungen, Impotenz usw.) und in der Psychotherapie (Stottern, Abhängigkeiten Entscheidungsproblemen, Konfrontationen usw.). Die Hypnose findet auch in der Therapie von neurotischen und psychosomatischen Krankheiten Anwendung. Die klassisch-suggestive Methode kann bei akuten Kriseninterventionen eingesetzt werden, um Symptome günstig zu beeinflussen, z.B. bei einem akut-psychogenen Asthmaanfall. Allerdings sollte bei der Behandlung von Psychosen auf Hypnoseanwendungen verzichtet werden. Nach Ansicht von Stocksmaier (1984) können beginnende schizophrene Psychosen durch Hypnosebehandlung manifest werden, weil der hypnotische Zustand sehr den Symptomen der Schizophrenie ähneln kann, z.B. bei der Depersonalisierung.

Im Rahmen einer stützenden Therapie kann die Hypnose zur inneren Entspannung beitragen, Symptome lindern und die allgemeine Stabilisierung des Gesundheitszustandes unterstützen. Auch hier wird in der Verhaltenstherapie die hypnotische Suggestion als unterstützendes Verfahren eingesetzt.

 

- Hypnose im forensischen Bereich

Wissenschaftler haben sich mit der Frage beschäftigt, inwiefern Hypnose dazu benutzt werden kann, um kriminelle Handlungen zu begehen. Es gibt zwar dokumentierte und beglaubigte Fälle von kriminellen Handlungen unter Hypnose, z.B. Belästigungen oder Vergewaltigung, aber meist wird dabei die Hypnose nur als Vorwand benutzt um nicht verantwortlich für eine Tat zu sein (Kossak 1997). Orne (1962) hat die Fragestellung ausführlich untersucht und festgestellt, dass niemand gegen seinen Willen hypnotisiert werden kann, auch nicht ohne sein Wissen. Hypnose kann nur eine sekundäre Rolle für gezeigtes Verhalten spielen, sie ist kein Kausalfaktor. Hypnose ist als ein imaginatives Therapieverfahren zu verstehen, bei dem es auf die Vorstellungsfähigkeit und -bereitschaft des Patienten ankommt. Er hat stets Einsicht in sein Verhalten und bestimmt das Geschehen innerhalb der Kommunikation unter Hypnose mit.

Im forensischen, also gerichtspsychologischen Bereich, kann Hypnose bei der Befragung eines Angeklagten oder einer Zeugenvernehmung eingesetzt werden. Bei der konventionellen Zeugenbefragung (Loftus, 1979) sind ähnliche Faktoren wie bei der Befragung unter Hypnose (Kossak, 1997, S. 578) wirksam, sie werden jedoch selten angemessen berücksichtigt. Der Vorteil bei Hypnose ist, dass die Befragten entspannter sind und sich stabiler fühlen. Den Befragten ist es auch möglich die Tat aus einem anderen Blickwinkel zu beurteilen. Zeugen/Opfer mit einer Amnesie durch Traumatisierung können in Hypnose dennoch über das Erlebte aussagen. Im klinischen Bereich der Forensik kann die Zurechnungsfähigkeit begutachtet werden, oder eine psychotherapeutische Betreuung von Verbrechensopfern erfolgen. Anzumerken ist, dass eine Befragung unter Hypnose kaum stärkere Aussagekraft vor Gericht hat, da eine Hypnose auch vorgetäuscht werden kann.

 

- Hypnose bei Sport

Literaturbeiträge zur Anwendung der Hypnose im Sport sind sehr selten. Vermutlich ist jeder Trainer darauf bedacht, seine Form der Trainingsmethode und -technik geheim zu halten. Die ersten offiziellen Publikationen stammen von den Olympischen Spielen 1960 in Rom (Naruse, 1974). Im Folgenden werden einige Beispiele für Anwendungsbereiche im Sport genannt.

Hypnose und vor allem Selbsthypnose ist ein gutes Mittel die Motivation und das Selbstvertrauen des Sportlers aufzubauen. Wichtig dabei ist, dass sich der Sportler stets als Ort der Kontrolle („locus of control“, Rotter, 1964) erlebt. Wettkampfangst kann z.B. durch Entspannung, Schaffung von Distanz zu Störreizen (Publikum usw.) und mentales Widererleben von Wettkampfsituationen behandelt werden (Kossak, 1997). Das Training und die Ausbildung unterschiedlicher motorischer und mentaler Wettkampffertigkeiten kann unter Hypnose optimiert werden, z.B. indem eine bewusste Analyse der effizientesten Bewegunksequenzen durchgeführt wird. Die Fähigkeit der Schmerzreduktion während des Wettkampfes oder nach Verletzung ist mit Hypnose möglich. Obwohl dies einerseits hilfreich sein kann, kann diese Anwendung auch indirekt zu Schädigung von Organen führen (Kossak, 1997, S.597).

 

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Stand: 05.08.06